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3.10.2025–30.8.2026

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Rembrandt Harmensz. van Rijn (Leiden 1606 – 1669 Amsterdam), Bildnis einer jungen Frau, 1632, Öl auf Leinwand, Legat von Graf Lamberg-Sprinzenstein, Wien, 1822


Der im niederländischen Leiden im Jahre 1606 geborene Rembrandt van Rijn zählt heute zu den bedeutendsten Porträtmalern des Barock. Ein frühes Beispiel seines Könnens zeigt das signierte und auf das Jahr 1632 datierte Porträt einer jungen Dame. Leider ist uns ihr Name nicht bekannt. Doch das aufwendig gearbeitete Kleid, die feinen Spitzenmanschetten und der prachtvolle Mühlsteinkragen lassen auf eine wohlhabende Frau aus dem Bürgertum schließen.

Die Art der malerischen Umsetzung zeigt alle stilistischen Merkmale eines Rembrandtschen Frühwerks, denn es zeigt einen feinen Pinselstrich. Mit dem Start seiner Karriere begann Rembrandt mit dem Licht zu erzählen.

Da bei einem Porträt notwendigerweise das Gesicht – das individuellste eines jeden Menschen – im Zentrum zu stehen hatte, modellierte Rembrandt mit Hilfe des von links oben einfallenden Lichts das noch sehr jugendlich wirkende Antlitz. Des Weiteren legte Rembrandt stets Wert auf die Individualität der Hände, die in unserem Gemälde durch die prachtvollen Manschetten gerahmt werden. Hände dienten Rembrandt als kraftvolles Ausdrucksmedium. Die Rechte der Dame liegt entspannt in ihrem Schoß während die Linke entschlossen um die Lehne des Sessels greift. Es fasziniert, wie leicht Rembrandt einen kurzen Moment einfangen konnte, der im Bruchteil einer Sekunde mit dem möglichen Erheben der Dame sein Ende finden könnte.