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3.10.2025–30.8.2026

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Pieter Codde (Amsterdam 1599 – 1678 Amsterdam), Fröhliche Gesellschaft, 1633, Öl auf Eiche, Schenkung des Fürsten Johann II. von und zu Liechtenstein, 1882


In Pieter Coddes Gemälde „Fröhliche Gesellschaft“ haben sich fünfzehn erlesen gekleidete Damen und Herren in einem eher schmucklosen Raum versammelt.
Haben wir es mit dem Gruppenporträt einer weit verzweigten Familie zu tun? Oder hat sich hier lediglich eine wohlhabende Gesellschaft zusammengefunden, um sich dem geselligen Vergnügen von Tanz, Musik und Konversation hinzugeben? Letztere Vermutung ist die wahrscheinlichere, denn bei keiner der dargestellten Personen lassen sich porträthafte Züge ausmachen.

Die Musik spielt in der Fröhlichen Gesellschaft eine zentrale Rolle: Links an dem Tisch lehnen Musikinstrumente, unmittelbar daneben bildet das tanzende Paar das optische Zentrum des Bildes. Der Mann macht gerade den ersten Tanzschritt, während seine Partnerin dem Betrachter entgegenblickt. Die Gruppe hinter ihnen liefert den musikalischen Rahmen.

Grundsätzlich bedient sich die niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts einer tiefgründigen Symbolsprache, die hier deutlich zum Ausdruck kommt: Gemeinsames Musizieren kann für Liebe oder familiäre Harmonie stehen.
Gemäß dem damals bekannten Motto: Die Liebe lehrt die Musik.

In diesem Bild sind jedoch zwei Formen der Liebe gegenübergestellt: So repräsentiert das tanzende Paar die lasterhafte, freie Liebe, die minne. Das bürgerliche Idealbild einer Familie wird uns in der rechten Bildhälfte vor Augen geführt, sie steht für die tugendhafte Liebe innerhalb des Eheverbandes, die liefde.