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3.10.2025–30.8.2026

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Peter Paul Rubens (Siegen 1577 – 1640 Antwerpen), Entwurfsskizze für die Jesuitenkirche in Antwerpen: Hl. Hieronymus, 1620, Öl auf Eiche, Legat von Graf Lamberg-Sprinzenstein, Wien, 1822


Im Jahre 1620 unterzeichnete Peter Paul Rubens einen Vertrag, der ihn verpflichtete, innerhalb eines Jahres nicht weniger als 39 Leinwandbilder für die Decken der Seitenschiffe und Galerien der Antwerpener Jesuitenkirche zu liefern. Für jedes der Gemälde hatte er eine Skizze vorzulegen.

Neben Szenen des Alten und Neuen Testaments wurden auch Darstellungen von Heiligen in das umfangreiche Programm aufgenommen. Allen Entwürfen gemein ist die Perspektive in Untersicht, die sich zwangsweise aus der Anbringung unter der Decke ergab. Die Ölskizzen zeigen deutlich, wie er die perspektivischen Verkürzungen spielerisch beherrschte. Die so entstandenen räumlichen Wirkungen hatte es bis dahin in der niederländischen Kunst noch nicht gegeben. Pate dafür standen Werke von Tintoretto oder Veronese, die Rubens einst in Italien studierte hatte.

Ein tragischer Brand im Jahre 1718 zerstörte alle Rubenschen Deckengemälde in der Jesuitenkirche. So kann die Bedeutung der Antwerpener Ölskizzen nicht hoch genug eingeschätzt werden – sind sie doch die wichtigste Basis, um sich eine Vorstellung vom ehemaligen Aussehen der vollendeten Gemälde zu machen.