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3.10.2025–30.8.2026
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Luca Giordano (Neapel 1632 – 1705 Neapel), Das Urteil des Paris, um 1670/1675, Öl auf Leinwand, Legat von Graf Lamberg-Sprinzenstein, Wien, 1822
Und: Mars und Venus, von Vulkan gefangen, um 1670/1675, Öl auf Leinwand, Legat von Graf Lamberg-Sprinzenstein, Wien, 1822
Und: Mars und Venus, von Vulkan gefangen, um 1670/1675, Öl auf Leinwand, Legat von Graf Lamberg-Sprinzenstein, Wien, 1822
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Die Frage, ob die beiden Großformate zu den zahlreichen Historienbildern zu zählen sind, die Giordano für Sammlungen in Neapel, Florenz, Venedig oder im Ausland geschaffen hat, oder einer Gesamtausstattung etwa als Supraporten integriert waren, bleibt offen.
Beiden aus der griechischen Mythologie stammenden Episoden verleiht Giordano einen gewissen, über die eigentliche Geschichte hinausgehenden, anekdotisch kommentierenden Charakter: Im Parisurteil lässt er die beiden Göttinnen Juno und Minerva, die angesichts der Entscheidung des Paris für Venus als der Schönsten links im Hintergrund erbost sind, wild gestikulierend abtreten. In der Entdeckung von Venus und Mars durch Vulkan wiederum unterstreicht die sphinxartige Groteske, die eigentlich ein Dekorationselement des Bettfußes ist, sich aber dem Geschehen ebenfalls mit erschrockenem Gesichtsausdruck zuwendet, das Entsetzen der vor dem gesamten Olymp bloß gestellten Liebenden.
Nachdem sich in den beiden Pendants in der Lichtführung Anregungen aus der venezianischen Schule, aber auch von Cortonas Figurenauffassung niederschlagen, sind sie in ihrer Entstehungszeit um 1670 anzusetzen.
Beiden aus der griechischen Mythologie stammenden Episoden verleiht Giordano einen gewissen, über die eigentliche Geschichte hinausgehenden, anekdotisch kommentierenden Charakter: Im Parisurteil lässt er die beiden Göttinnen Juno und Minerva, die angesichts der Entscheidung des Paris für Venus als der Schönsten links im Hintergrund erbost sind, wild gestikulierend abtreten. In der Entdeckung von Venus und Mars durch Vulkan wiederum unterstreicht die sphinxartige Groteske, die eigentlich ein Dekorationselement des Bettfußes ist, sich aber dem Geschehen ebenfalls mit erschrockenem Gesichtsausdruck zuwendet, das Entsetzen der vor dem gesamten Olymp bloß gestellten Liebenden.
Nachdem sich in den beiden Pendants in der Lichtführung Anregungen aus der venezianischen Schule, aber auch von Cortonas Figurenauffassung niederschlagen, sind sie in ihrer Entstehungszeit um 1670 anzusetzen.
