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3.10.2025–30.8.2026

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Isaack van Ruisdael (Naarden 1599 – 1677 Haarlem), Landschaft mit Plankenzaun, um 1647, Öl auf Eiche, Legat von Graf Lamberg-Sprinzenstein, Wien, 1822


Die holländische Malerei des 17. Jahrhunderts ist eine durch und durch bürgerliche Kunst, die für ihr Publikum – das ist das städtische Bürgertum – die Lebenswirklichkeit dieser Menschen und dieses reichen Landes im Bild festhalten soll.

Erstmals entstehen in Europa Landschaftsbilder, die nicht allein aus der Phantasie stammen, sondern wie Bilder nach der Natur wirken.
In der Umgebung der Stadt Haarlem befindet sich eine der eindrucksvollsten Dünenlandschaft der holländischen Küste. Genau dorthin führt Sie der Maler, aber er zeigt Ihnen nicht die spektakuläre Seite mit dem Blick auf das Meer, sondern die karge, sandige Landschaft landeinwärts und im Windschatten gelegen.
Dort gibt es nichts Spektakuläres zu sehen: ein paar niedrige Büsche, eine vom Wetter mitgenommene Kopfweide und einen verwitterten Plankenzaun. Die Einzelmotive wurden in Studien draußen nach der Natur gewonnen, das Gemälde stellt dagegen die im Atelier komponierte Summe aller Einzelstudien dar.

Es ist nicht verwunderlich, dass sich die bedeutendste Gruppe von holländischen Landschaftsmalern des 17. Jahrhunderts in Haarlem ansiedelte und Anregungen in der Landschaft dieser Umgebung suchte. Der berühmteste Künstler unter ihnen war zweifelsohne Jacob van Ruisdael, Isaack van Ruisdael war sein Vater.