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3.10.2025–30.8.2026
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Hieronymus Bosch (’s-Hertogenbosch um 1450/1455 – 1516 ’s-Hertogenbosch), Weltgerichts-Triptychon, um 1490–1505, Öltempera auf Eiche, Legat von Graf Lamberg-Sprinzenstein, Wien, 1822
Mitteltafel: Das Weltgericht und die Bestrafung der sieben Todsünden; linker Flügel innen / außen: Paradies / Der hl. Jacobus Maior; rechter Flügel innen / außen: Hölle / Der hl. Bavo oder der hl. Hippolytus
Mitteltafel: Das Weltgericht und die Bestrafung der sieben Todsünden; linker Flügel innen / außen: Paradies / Der hl. Jacobus Maior; rechter Flügel innen / außen: Hölle / Der hl. Bavo oder der hl. Hippolytus
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Selten vermag uns heute, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, das Werk eines Malers des ausgehenden Mittelalters noch zu faszinieren oder gar zu erschüttern. Der niederländische Maler Hieronymus Bosch, der um die Zeitenwende vom späten Mittelalter zur Renaissance lebte und arbeitete, ist so eine Ausnahmeerscheinung: Am bekanntesten ist sein „Garten der Lüste“, der heute im Prado in Madrid zu sehen ist. Das „Weltgerichts-Triptychon“ in Wien ist das zweitgrößte Werk von Hieronymus Bosch und ein einzigartiges Meisterwerk der Kunst um 1500.
Hieronymus Bosch hat einen dreiteiligen Flügelaltar geschaffen, dessen Gestalt von den liturgischen Erfordernissen des römisch-katholischen Gottesdienstes bestimmt wurde. Unter der Woche blieben die Flügel des Altarbildes geschlossen, nur die bemalten Außenseiten waren sichtbar. Hier sind zwei Heiligenfiguren in Grautönen gemalt, man nennt dies Grisaille, zu sehen. Der Kontrast zwischen den grau in grau gemalten Außenseiten und dem farbenreichen Detailreichtum der Innenseiten ist sehr groß. Nur zu Sonn- und Feiertagsmesse wurden die Flügel geöffnet, so dass sich das gesamte Bildprogramm der Flügelinnenseiten und der Mitteltafel vor den Gläubigen entfaltete.
Hieronymus Bosch hat einen dreiteiligen Flügelaltar geschaffen, dessen Gestalt von den liturgischen Erfordernissen des römisch-katholischen Gottesdienstes bestimmt wurde. Unter der Woche blieben die Flügel des Altarbildes geschlossen, nur die bemalten Außenseiten waren sichtbar. Hier sind zwei Heiligenfiguren in Grautönen gemalt, man nennt dies Grisaille, zu sehen. Der Kontrast zwischen den grau in grau gemalten Außenseiten und dem farbenreichen Detailreichtum der Innenseiten ist sehr groß. Nur zu Sonn- und Feiertagsmesse wurden die Flügel geöffnet, so dass sich das gesamte Bildprogramm der Flügelinnenseiten und der Mitteltafel vor den Gläubigen entfaltete.
