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3.10.2025–30.8.2026
18D

Hieronymus Bosch, Weltgerichts-Triptychon – Die Flügel in geschlossenem Zustand
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Die Flügelaußenseiten eines jeden Altares vermitteln traditionellerweise Informationen über den Stifter eines solchen Altarbildes und über die Kirche oder Kapelle, in der der Altar zur Aufstellung kam.
Üblicherweise bezahlte der Stifter zum Ruhme Gottes und für sein eigenes Seelenheil eine hohe Geldsumme für die Herstellung solcher Altarbilder und wünschte sich entsprechend, auf den Flügelaußenseiten dargestellt zu werden: Als Person und kenntlich gemacht durch das Wappen seiner Familie.
Auch bei Bosch sollte die Identität des Auftraggebers durch die Wappenschilde unten an der Flügelbasis kenntlich gemacht werden. Die Wappenschilde, wie wir sie heute sehen, sind jedoch leer und verraten uns nicht, wer der Auftraggeber war. Dank neuester naturwissenschaftlicher und technologischer Untersuchungen konnten jedoch unter dem Wappen des Heiligen auf dem rechten Seitenflügel Reste eines früher darunter befindlichen, dann ausgekratzten Wappenschildes sichtbar gemacht werden.
Daher konnte die Hypothese eines holländischen Kunsthistorikers untermauert werden, wer der Heilige auf dem rechten Seitenflügel und wer wahrscheinlich der Auftraggeber war. Der Heilige auf dem linken Seitenflügel ist unstrittig: Wir sehen hier den Apostel Jacobus Maior, Jacobus den Älteren, als Schutzpatron des Pilgerheiligtums Santiago di Compostela in Spanien.
Der andere Heilige wurde lange als der heilige Bavo bezeichnet, da dieser mit einem Falken auf dem Arm dargestellt wird. Es gibt aber auch andere Heilige, die ganz ähnlich gemalt werden. In unserem Fall handelt es sich um den Heiligen Hippolyt, einen bedeutenden Kirchenvater, der das Martyrium der Vierteilung durch Pferde erlitt. Hippolytus bedeutet „Pferdebefreier“. Es handelt sich um den Namensheiligen von Hippolyte de Berthoz, eines überaus einflussreichen Mannes am burgundischen Hof, der nachweisbar Werke bei Hieronymus Bosch in Auftrag gegeben hat. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er auch das „Wiener Weltgericht“ bei Bosch bestellte. Dennoch bleiben viele Fragen offen, denn Hippolyte de Berthoz starb bereits 1503 und uns ist nicht bekannt, dass der Altar in einer Kirche aufgestellt wurde. Erst 1659 taucht er wieder in einem Inventar von Erzherzog Leopold Wilhelm von Habsburg auf. Er war Statthalter in Brüssel. Aus der kaiserlichen Sammlung kaufte um 1787 Graf Lamberg-Sprinzenstein das Werk und durch seine testamentarische Verfügung gelangte der Altar 1822 in die Gemäldesammlung der Akademie. Seit 1877 stand er im Akademiegebäude am Schillerplatz.
Üblicherweise bezahlte der Stifter zum Ruhme Gottes und für sein eigenes Seelenheil eine hohe Geldsumme für die Herstellung solcher Altarbilder und wünschte sich entsprechend, auf den Flügelaußenseiten dargestellt zu werden: Als Person und kenntlich gemacht durch das Wappen seiner Familie.
Auch bei Bosch sollte die Identität des Auftraggebers durch die Wappenschilde unten an der Flügelbasis kenntlich gemacht werden. Die Wappenschilde, wie wir sie heute sehen, sind jedoch leer und verraten uns nicht, wer der Auftraggeber war. Dank neuester naturwissenschaftlicher und technologischer Untersuchungen konnten jedoch unter dem Wappen des Heiligen auf dem rechten Seitenflügel Reste eines früher darunter befindlichen, dann ausgekratzten Wappenschildes sichtbar gemacht werden.
Daher konnte die Hypothese eines holländischen Kunsthistorikers untermauert werden, wer der Heilige auf dem rechten Seitenflügel und wer wahrscheinlich der Auftraggeber war. Der Heilige auf dem linken Seitenflügel ist unstrittig: Wir sehen hier den Apostel Jacobus Maior, Jacobus den Älteren, als Schutzpatron des Pilgerheiligtums Santiago di Compostela in Spanien.
Der andere Heilige wurde lange als der heilige Bavo bezeichnet, da dieser mit einem Falken auf dem Arm dargestellt wird. Es gibt aber auch andere Heilige, die ganz ähnlich gemalt werden. In unserem Fall handelt es sich um den Heiligen Hippolyt, einen bedeutenden Kirchenvater, der das Martyrium der Vierteilung durch Pferde erlitt. Hippolytus bedeutet „Pferdebefreier“. Es handelt sich um den Namensheiligen von Hippolyte de Berthoz, eines überaus einflussreichen Mannes am burgundischen Hof, der nachweisbar Werke bei Hieronymus Bosch in Auftrag gegeben hat. Es ist sehr wahrscheinlich, dass er auch das „Wiener Weltgericht“ bei Bosch bestellte. Dennoch bleiben viele Fragen offen, denn Hippolyte de Berthoz starb bereits 1503 und uns ist nicht bekannt, dass der Altar in einer Kirche aufgestellt wurde. Erst 1659 taucht er wieder in einem Inventar von Erzherzog Leopold Wilhelm von Habsburg auf. Er war Statthalter in Brüssel. Aus der kaiserlichen Sammlung kaufte um 1787 Graf Lamberg-Sprinzenstein das Werk und durch seine testamentarische Verfügung gelangte der Altar 1822 in die Gemäldesammlung der Akademie. Seit 1877 stand er im Akademiegebäude am Schillerplatz.
