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3.10.2025–30.8.2026

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Bartolomé Esteban Murillo (Sevilla 1618 – 1682 Sevilla), Würfelspielende Knaben, Öl auf Leinwand, Legat von Graf Lamberg-Sprinzenstein, Wien, 1822


Bartolomé Esteban Murillo lebte im südspanischen Sevilla, wo er sich in erster Linie mit religiösen Inhalten beschäftigte. Bei einem Aufenthalt in Madrid von 1648 bis 1650 lernte er die Werke von Rubens, van Dyck und Tizian kennen und entwickelte unter diesen Einflüssen seinen reifen Stil, der sich durch eine flüssige, lockere und transparente Malweise auszeichnet. In höchster Vollendung tritt sie in diesem Gemälde würfelspielender Knaben zutage.

Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Genrebild, das Szenen aus dem zeitgenössischen Alltagsleben Sevillas zum Thema hat. Murillo zeigt zwei ärmlich gekleidete Knaben mit schmutzigen Fußsohlen, die sich im Staub des Straßenrandes niedergelassen haben. Tief versunken würfeln sie in all ihrer kindlichen Unschuld um nichts mehr als grüne Eicheln. Vielleicht wollte Murillo die frommen Mitbürger, die dieses Gemälde erwarben, auffordern, diese unschuldigen Seelen von der Straße zu retten, bevor sie als Erwachsene dem Laster des Glücksspiels verfallen können.

Murillos Genregemälde waren schon im 17. Jahrhundert heiß begehrt und erzielten auf dem europäischen Kunstmarkt stattliche Preise.